Nach der sehr kalten und aufregenden Nacht haben wir bis 10:30Uhr geschlafen. Die Sonne wärmte Rudi so langsam auf, es sind immer noch -20°. Nachdem unsere, mittlerweile gut funktionierende, Routine alles zu verräumen abgeschlossen ist, hab ich einen Startversuch unternommen. Etwas behäbig aber Rudi geht gleich an! Wir lassen dem Motor eine gewisse einlaufzeit und fahren los zum Einkaufen. Gleich zu Anfang gehts Bergauf, oh! Es piept und die Öllampe blinkt. Das Öl welches Rudi drin hat ist noch 10w40, 1000km vor unserer Reise wurde der Zanriemen und Zylinderkopfdichtung und somit auch ein Ölwechsel gemacht. Ich will nämlich auf 5W30 wechseln, aber nach 1000km kam mir das wie Verschwendung vor. Das 5w30 ist bei tiefen Temperaturen weitaus besser förderbar. Da lag wahrscheinlich auch das Problem, das dickflüssige -23° kalte 10W40 wollte nicht so richtig aus der Ölwanne kommen. Ein paar Meter weiter hat sich das aber auch erledigt. Zur Sicherheit lassen wir Rudi beim Einkaufen weiter laufen. Das machen die Einheimischen hier standardmäßig. Hier gibts auch sehr viele Stromboxen an Parkplätzen, dort schließt man eine Heizung für den Motor an.
Nachdem wir Einkaufen waren gehts Richtung Norwegen. Vorher passieren wir allerdings die Grenze von Finnland zu Schweden. Einige Kilometer später kommen wir zu einer Kreuzung, hier sind wir bei unserer zweiten Norwegen-Tour mit Inge von links gekommen. Wir fahren jetzt also auf bekannten Straßen, vorbei an einem Parkplatz auf dem wir bis Dato unsere stärksten Polarlichter aufgenommen hatten.
Der Grenzübertritt zu Norwegen ist dann auch nochmal besonders, denn man Fährt hier über einen Pass der wunderschön ist und meist sehr viel Schnee hat. Mit Inge sind wir hier im Dunkeln in Kolonne gefahren und dem Räumfahrzeug gerade so folgen können. Das war auch sehr aufregend.
In Narvik waren wir noch schnell was Einkaufen. Steffi brauchte neue Handschuhe zum unterziehen, ich wollte wegen neuen Heizsocken und Speicherkarten schauen und hab Unterwäsche gefunden... Na immerhin! Schöne Merinowolle für 55€!
Jetzt wirds wirklich aufregend, es ist bereits Dunkel und wir snd auf dem Weg zu einem besonders schönen Berg. Kurz vorher muss ich aber erstmal richtig in die Eisen gehen, es steht ein Elch auf der Straße! Was ein riesen Gerät das ist, der lässt sich auch kaum stören und so können wir ihn ca drei Meter vor uns bestaunen. Endlich kriegt Rudi seinen Elchaufkleber, das wird aber nicht der letzte gewesen sein...
Angekommen an unserem heutigen Stellplatz, erkunden wir erstmal die Gegend. Und stellen fest, mega Spot zum fotografieren, obwohl dieser direkt an der Straße liegt. Hier fahren allerdings nur sehr wenige Autos.
Leider werden wir nicht mit Polarlicht beglückt, ist aber nicht so schlimm, der Berg ist schon schön genug.